Unu-E-Roller (Bild: Unu, unumotors.com)

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Unu-Testbericht

Der Unu macht vieles richtig und ist daher trotz einiger kleinerer Schwächen unser Testsieger unter den „vollwertigen“ Elektrorollern 2016

Was beim Unu neben dem hübschen Design als erstes auffällt, ist der Preis: Ab annähernd 1.700 Euro ist der E-Roller zu haben, was angesichts der verwendeten Technik sehr günstig ist. Allerdings muss man für ein wirklich alltagstaugliches Gerät noch den ein oder anderen Euro einplanen.

Elektroroller mit deutschen Genen

Der Unu ist das Produkt zweier junger Gründer aus Deutschland. Diese haben den voll elektrisch betriebenen Roller im Sommer 2014 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und zum Verkauf angeboten. Seitdem erfreut sich das Fahrzeug steigender Beliebtheit, auch wenn oder gerade weil weite Teile der Technik aus Fernost stammen dürften.

In der einfachsten Variante für 1.700 Euro wird der Unu von einem 1.000-Watt-Motor angetrieben. Dass dies dennoch sehr günstig ist, liegt unter anderem daran, dass der Roller von einem Lithium-Ionen-Akku angetrieben wird und nicht – wie bei vielen günstigen Fahrzeugen dieser Klasse üblich – von einem Blei-Säure-Akku.

Dadurch hat der Roller einige Vorteile: Der Akku ist vergleichsweise leicht und kann zum Laden herausgenommen werden. Außerdem ist er langlebiger und verträgt mehr Ladezyklen.

Unu-Motorvarianten

Käufer eines Unu können diesen weitgehend frei konfigurieren. Drei Ausführungen stehen dabei zur Wahl: die erwähnten 1.000 Watt (ca. 1.700 Euro), daneben eine Variante mit 2.000 Watt (ca. 2.200 Euro) und schließlich die Top-Motorisierung mit 3.000 Watt (ca. 2.800 Euro).

Wichtig dabei: Die Reichweite und die Höchstgeschwindigkeit ist bei allen drei Motorisierungen annähernd gleich! Eine höhere Wattzahl sorgt lediglich für mehr Kraft und Durchzug. Genau das ist aber im Alltag relativ wichtig und erschließt sich oft erst dann, wenn man wirklich einmal auf einem E-Roller gefahren ist und mehrere Modelle verglichen hat. Modelle um die 2.000 Watt sind viel spritziger und machen einfach mehr Spaß als die Roller mit dem einfachen 1.000-Watt-Basismotor. Wer keine größeren Ansprüche und idealerweise noch wenige Steigungen auf seinen bevorzugten Routen hat, ist aber auch mit einem 1000-Watt-E-Motor gut bedient.

Natürlich spielt hier auch das Gewicht von Fahrer oder Fahrerin eine Rolle. Während zierlich gebaute Jugendliche durchaus auch auf einem 1000-Watt-Roller Spaß haben können, erscheint die 2000-Watt-Motorvariante einem gut gebauten Mittvierziger vermutlich etwas kraft- und durchzugslos.

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Akkuleistung und Charakteristik

Ob es also die 1000- oder die 2000-Watt-Variante sein soll, ist letztlich eine Frage der persönlichen Ansprüche und des Geldbeutels. Der Preisunterschied von 500 Euro ist jedenfalls enorm – dafür bekommt man fast schon einen zweiten Akku, der die Reichweite auf dann knapp 100 Kilometer verdoppelt. Eines immerhin lässt sich in jedem Fall klar sagen: Die Variante mit 3.000 Watt ist überdimensioniert und wohl nur in anspruchsvollen Gegenden bzw. Einsatzgebieten (etwa Alpen und -vorland) sinnvoll.

Mit einem einzelnen Akku kommt der Unu nach Angaben des Herstellers mindestens 50 Kilometer weit, ein Wert, der von Fahrern des Unu bestätigt und meist sogar übertroffen wird. Der Roller hat sogar noch die ein oder andere Reserve, so dass man auch bei Kälte und vielen Steigungen die 50 Kilometer schafft. Um die Reichweite zu maximieren ist übrigens der 1000 Watt Elektromotor die bessere Wahl; bei dem Akku gerade beim Beschleunigen weniger Leistung entnommen wird, schafft dieser in der Praxis ein paar 100 Meter bis wenige Kilometer mehr.

Der Lithium-Ionen-Akku ist mit acht Kilogramm relativ leicht und entnehmbar; so kann er mit in die Wohnung oder auf die Arbeit genommen werden. Eine vollständige Ladung dauert rund fünf Stunden. Unter dem Sitz des E-Rollers ist Platz für zwei Akkus, womit die Reichweite verdoppelt werden kann. Ist ein Akku leer, muss man aber trotzdem anhalten, um den zweiten Akku anzuschließen. Eine Schnellladefunktion wird nicht angeboten.

Üblicherweise sind Lithium-Ionen-Akkus für etwa 600 bis 900 Ladezyklen ausgelegt, Unu gibt keine genaue Angabe, spricht aber davon, dass nach 50.000 Kilometern noch mindestens 70 Prozent der Akku Leistung abrufbar sind. Für einen Elektroroller wäre dies ein sehr guter Wert, wenngleich wir dies in Ermangelung eines Dauer-Tests nicht bestätigen können.

Besonderheiten, Ausstattung und Schwächen

Der Unu-E-Roller ist für zwei Personen zugelassen und darf bis zu 150 Kilo zuladen (hier sollte es dann aber doch der 2.000-Watt-Motor sein). Verbesserungsfähig sind vor allem die Lampen, die recht schwach ausgefallen sind, sowie das Ladegerät, dessen Lüfter einfach nervt. Den Akku kann man nicht im Büro laden, jedenfalls nicht, ohne seine Kollegen in den Wahnsinn zu treiben. Auch hätte man sich hier und da noch das eine oder andere Detail gewünscht. So lässt sich der Helm nicht im Sitzfach verstauen und Extras wie ein Schnellladegerät oder ein USB-Anschluss am Roller sind nicht verfügbar.

Eine Besonderheit der Unu-Elektroroller ist die Tatsache, dass der Hersteller eine Kooperation mit Bosch geschlossen hat; etwaige Reparatur- und Wartungsarbeiten werden also dort durchgeführt.

Der Unu In verschiedenen Farbtönen erhältlich und frei konfigurierbar; dabei fallen jedoch je nach Ausstattungsvariante zum Teil deutliche Zusatzkosten an. Während ein schicker Grünton mit 50 Euro noch vergleichsweise günstig ist, ist der Helm mit knapp 100 Euro zu teuer ausgefallen. Ein zweiter Akku kostet 700 Euro, was marktüblich und in Ordnung ist. Der Roller kann ausschließlich online bestellt werden und wird – was ungewöhnlich ist – mit fertig montiertem Kennzeichen und haftpflichtversichert ausgeliefert. Dafür fallen weitere 30 Euro an Auslagen an.

Fazit Uno Elektroroller: Test bestanden!

Der Unu-Elektroroller, der in Deutschland ersonnen – wenn auch nicht dort gefertigt – wurde, bietet vor allem in der Einstiegsvariante ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 1700 Euro gibt es sonst nur selten eine Lithium-Ionen-Akku. Da lassen sich auch kleinere Schwächen wie das laute Ladegerät verschmerzen. Wir mit einem Bleiakku leben kann, findet aber günstigere Alternativen.

Testgrundlage: Wir haben einen Unu-Besitzer gebeten, für uns diesen Elektro-Roller zu testen (im Frühjahr 2015), er hat für uns diesen Text erstellt. Aktuell warten wir jedoch auf unseren eigenen Termin für eine Testfahrt, um uns ein eigenes Bild der aktuellen Varianten zu machen. Im Frühjahr 2017 sollte es soweit sein; der Testbericht wird dann umgehend aktualisiert.

Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Leichter Lithium-Ionen-Akku
  • Variable Motorleistungen
  • 50 km Reichweite (max.)
  • 45 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Zwei Personen möglich

Ergänzende Ressourcen zu dem E-Roller:

Bilder: Unu, unumotors.com

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